Gucken Sie mal: Haben Sie einen Gaunerzinken an der Tür?

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Mit Zeichen wie diesen bereiten Kriminelle Einbrüche vor. Im Moment tauchen die Symbole verstärkt in Neumühle auf, sagt die Polizei.
23.03.2017
Sylvia Kuska

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie unscheinbare Kritzeleien. Gezeichnet mit Kreide oder Bleistift. An Hauswand, Türstock, Briefkasten oder Gartenzaun. Tatsächlich sind sie jedoch ein Zeichen, dass ein Haus von Einbrechern ausgespäht wurde.

Derzeit tauchen die sogenannten „Gaunerzinken“ laut Polizei verstärkt in Neumühle auf.

Hinter den kryptischen Symbolen verbergen sich für Einbrecher eine Menge Informationen: Sind die Bewohner tagsüber zu Hause? Sind sie jung oder alt? Wacht ein Hund? Und gibt es überhaupt etwas zu holen? Das Prinzip der Banden: Erst wird ausgekundschaftet, dann markiert und schließlich gegebenenfalls zugeschlagen.

Neben den gezeichneten Symbolen sind in Schwerin noch andere Zeichen aufgetaucht: Die Späher haben auch Plastikstreifen, Stöckchen oder Zahnstocher in Fenster oder Türen geklemmt. So finden sie heraus, ob die Bewohner regelmäßig das Haus betreten oder das Fenster öffnen. „Ebenso wurden kleinere Zweige in Hofeinfahrten gelegt, um zu sehen, ob hier ein Pkw gefahren ist“, so die Polizei.

Die Kripo bittet die Anwohner in Neumühle, aber auch im gesamten Stadtgebiet auf diese Hinweise zu achten. „Stellen Sie etwas Verdächtiges fest, verändern Sie die Auffindesituation nicht, sondern rufen sie die Polizei.“ Über die 0385/5180-2224 oder den Notruf 110.

Warum heißt es „Gaunerzinken“?

Zinken sind grafische Zeichen, die schon im Mittelalter verwendet wurden. Von Bettlern, Hausierern, Tagelöhnern, aber auch Gaunern. Damit hinterließen sie Gleichgesinnten zum Beispiel  Informationen, wie und wo man erfolgreich essen, betteln, schlafen oder stehlen konnte.

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