Power for Kids, die Mittäter - und die Fragezeichen

  • dieschweriner
Mittwoch, 10 Uhr im Stadthaus: Die Sondersitzung des Sonderausschusses zum Missbrauchsskandal bei „Power for Kids“ beginnt. Neue Erkenntnisse sollen vorliegen. Das hat sich seit Wochenbeginn durch die Stadt geschwiegen. Und nach der Sitzung? Gibt es mehr Fragen als Antworten. Eine Chronologie.
07.04.2016
Sylvia Kuska

Freitag, 1. April
Sven Klinger erhält einen Anruf. Am anderen Ende: ein Mann, der schwere Vorwürfe erhebt. Er sei auch ein Opfer von Peter B., erzählt dieser dem Vorsitzenden des Sonderausschusses. Und: Nicht nur der bereits verurteilte ehemalige Vereinsvorsitzende Peter B. soll sich an Kindern vergangen haben. Der Anrufer spricht von weiteren Leuten. Und von heimlich gemachten Fotos, die er besitze. Er sagt, dass er seinerzeit das Jugendamt darüber informiert habe, man ihm dort aber nicht geglaubt hätte. Und weil er weder dem Jugendamt noch dem Jugendhilfeausschuss vertraue, rufe er nun bei Sven Klinger an.

Montag, 4. April
Der Vorsitzende kontaktiert einige Ausschussmitglieder. Im Einvernehmen verständigen sie sich auf eine kurzfristige Sondersitzung des Sonderausschusses.

Dienstag, 5. April
Der Termin für die Sitzung wird öffentlich, erreicht auch die Medien. Möglicherweise gibt es weitere Verdächtige, sickert durch. Ein junger Mann habe sich gemeldet.

Mittwoch, 6. April
Raum 1.029 ist rappelvoll. Obwohl die öffentliche Sitzung so kurzfristig anberaumt wurde und mitten in Arbeitszeiten fällt, sind fast alle Ausschussmitglieder da. Medien auch. Sven Klinger berichtet von dem freitäglichen Telefongespräch. Die Vorwürfe werden öffentlich. Was an ihnen dran ist, bleibt unklar.

Donnerstag, 7. April
Unsere Recherchen ergeben, dass der Anrufer selbst wegen Missbrauchs verurteilt ist und sich seit 2013 in einer psychiatrischen Klinik befindet. Der Anrufer ist 50 Jahre alt.