
Rückblick, Teil 19: Als Ulf Kirsten Schwerins Traum zerstörte
5.750 Zuschauer waren in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark nach Berlin gekommen. Nicht viele, aber der Fußball und der FDGB-Pokal - beim Endspiel hieß er schon „Pokal der Gewerkschaften“ - spielten nicht gerade die Hauptrollen in diesen Monaten.
Schwerin hatte sich Runde um Runde durchsetzen können. 2:0 in Babelsberg, 3:1 gegen BSG Stahl Riesa, 3:2 gegen BSG Schiffahrt/Hafen Rostock, 3:1 gegen den 1. FC Magdeburg, 1:0 gegen 1. FC Lokomotive Leipzig. Und dann: Finale. Erster Oberliga gegen 14. DDR-Liga. Dresden gegen PSV, der kurz zuvor ebenfalls noch als Dynamo auflief. Sammer, Kirsten, Gütschow gegen Reinke, Stammann, Baumgart.
Bereits nach fünf Minuten sorgte der PSV für einen Paukenschlag, als Stammann drei Dresdner umkurvte, zu Kort flankte und dieser mit Direktabnahme die Schweriner in Führung schoss. 13 Minuten später fiel der Ausgleich: Stübner mit Direktschuss. Nach der Pause wurde Dresdens Regisseur Pilz wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt. Die Hoffnung wuchs beim Außenseiter - bis Ulf Kirsten den Schweriner Traum zunichte machte. Der Torjäger traf sechs Minuten vor Schluss zum 2:1.
Dresden holte das Double. Der PSV durfte am Europapokal der Pokalsieger teilnehmen. (0:2 und 0:0 gegen Austria Wien) Es waren die letzten großen Fußballspiele eines Schweriner Teams.
2. Juni 1990 in Berlin: SG Dynamo Dresden – PSV Schwerin 2:1
Dresden: Schulze, Lieberam, Wagenhaus, Schößler, Büttner, Stübner, Pilz (52. Platzverweis), Sammer, Kirsten, Döschner (74. Radtke), Gütschow (87. Minge).
Schwerin: Reinke, Eggert, Herzberg, Beutling, Stammann, Prange, Drews, Ruppach, Kort, Gottschalk (76. Buchsteiner), Baumgart (66. Benthin).
Torfolge: 0:1 Kort (5.), 1:1 Stübner (18.), 2:1 Kirsten (84.).
Zuschauer: 5.750 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Schiedsrichter: Gläser (Breitungen)